19.12.06: Chatten ohne Risiko?

Chatten gehört zu den beliebtesten Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen im Internet. Laut der JIM-Studie (veröffentlicht im November 2006) besuchen über die Hälfte aller jugendlichen Internet-Nutzer mehr oder weniger regelmäßig Chat-Räume. Für die jüngeren sind die Zahlen etwas niedriger. Deutlicher Trend ist der zunehmende Einsatz von Instant Messengern zum Austausch mit anderen: Messaging per ICQ, MSN usw. liegt bei den 12- bis 19-Jährigen an erster Stelle der Internet-Aktivitäten.

Auf bestehende Gefährdungen durch Übergriffe in Chats weisen verschiedene Untersuchungen hin. Eltern und Pädagogen wissen insgesamt sehr wenig über Chats. Sie selbst haben meist kein eigenes Interesse daran, und wenn sie sich doch einmal in diese Räume begeben, so ist es nicht einfach, sich darin zu orientieren: Es herrschen eigene Kommunikationsregeln und eine eigene Sprache. Die Kinder und Jugendlichen reden häufig gerade nicht mit ihren Eltern über ihre Chat-Besuche, insbesondere nicht über unangenehme Erfahrungen, auch aus Angst, dann nicht mehr chatten zu dürfen. Belästigungen in Chats werden nach einer Studie meist als unangenehm empfunden, ein Teil der Betroffenen reagiert auch verängstigt und über einen längeren Zeitraum belastet.

Die Recherchen und Befragungen von jugendschutz.net belegen, dass in der Mehrzahl der Chats problematische und sogar gefährliche Kontakte an der Tagesordnung sind. Ein Großteil der chattenden Kinder und Jugendlichen kennt Übergriffe: In der Online-Umfrage bei der Blinden Kuh berichteten 160 von 200 Kindern von sexuellen Belästigungen.
Laut der JIM-Studie (2006) werden fast zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen, die chatten, von Fremden im Chat nach Namen, Adresse etc. gefragt. Ein Viertel davon gibt tatsächlich persönliche Angaben weiter.

Sehr gute Informationen zum Thema finden Sie bei jugendschutz.net. Dort wurden erneut zahlreiche Chats untersucht, um herauszufinden, wie gefährlich sie für Kinder sind. Ein Faltblatt für Eltern und Pädagogen, ein Spickzettel für Kinder und ein Spickzettel für Jugendliche informieren über die Faszination des Chattens und geben Hinweise, welche Sicherheitsregeln beachtet werden müssen.
Ausführliche Informationen zum Thema Chat, u.a. eine Einführung in die Chat-Sprache sowie einen Chat-Atlas mit einer Übersicht über sichere, moderierte Kinder-Chats bietet die dritte Auflage der Broschüre Chatten ohne Risiko?.

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