29.11.06: BAGLJÄ äußert sich zum Schutzauftrag der Jugendämter
November 29, 2006
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter (BAGLJÄ) nahm auf ihrer Arbeitstagung vom 8. - 10.November in Kiel die öffentlichen und fachpolitischen Diskussionen zu den tragischen Todesfällen von Kindern unter der Betreuung und Aufsicht von Trägern der Jugendhilfe zum Anlass, einzelne fachliche Aspekte zur Wahrnehmung des Schutzauftrags in den Jugendämtern zu beleuchten und bedauert die in letzter Zeit bekannt gewordenen Fälle von Kindesmisshandlungen und Vernachlässigungen. Sie sieht in diesen Fällen auch ein Symptom für eine gesteigerte Beanspruchung der Jugendämter. Zunehmende ökonomische, soziale und psychische Belastungen von Familien führen bei Familien mit ohnehin geringen Problemlösungskompetenzen und fehlenden Unterstützungssystemen zu erhöhtem Hilfe- und falls notwendig auch zu Interventionsbedarf. Es ist jedoch gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass in der weit überwiegenden Zahl von Fällen durch die Arbeit der Jugendämter tagtäglich ein wirksamer Kinderschutz geleistet wird.
In diesem Sinne ist eine Unterstützung der Jugendämter erforderlich, die
- die notwendigen Ressourcen für wirksamen Kinderschutz zur Verfügung stellt,
- den Kinderschutz durch Kooperationsvereinbarungen mit anderen Diensten stärkt,
- durch verbesserte Datenschutzbestimmungen frühzeitige Informationen über Risiken ermöglicht,
- durch erweiterte Fortbildungsmöglichkeiten die Handlungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter verbessert.